240 kmh sind einfach zuviel
Bericht der Waldexkursion in Melle (Orkanschäden -Kyrill) Die Waldexkursion, organisiert von den Grünen und der Initiative Mensch Wald fand an 13. 10 statt.
Die Gruppe wurde von den Förstern der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (Forstamt Osnabrück) durch das Schadensgebiet an der Dietrichsburg geführt. Den 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde schnell klar welche Gewalt hier am 18.1.2007 gesunde Waldbestände zerstört hat.
Bäume mit einer Durchwurzelungstiefe von mehr als 80 cm hielten dem Orkan nicht stand, normalerweise gehen bei Stürmen Kiefern und Fichten über Kopf, hier blieb großflächig kein Baum stehen.
Ob es an der geologischen Ausgestaltung des Wiehengebirges und des Teuteburgerwaldes gelegen hat ist offen, jedenfalls haben Windgeschwindigkeiten von 210 – 240 km/h geherrscht.
Der Schaden 400000 Fm Sturmholz im Osnabrücker Land , an der Dietrichsburg 65000 Fm. Durch diesen immensen Schaden ist die ökologische und die ökonomische Nachhaltigkeit bis auf 30 Jahre zerstört, so Forstamtsleiter Hackelberg. Normalerweise beträgt der Holzeinschlag im Osnabrücker Land 100000 Fm pro Jahr.

Um diese Menge aufzuarbeiten und zu vermarkten wurde zunächst von FOI Kopka die Logistik aufgebaut. Der Holzmarkt ist ein globaler Markt; 100000 Fm wurden von örtlichen Sägewerken aufgenommen, 70000 Fm sind industriell verarbeitet (z.B. Spanplatte) 100000 wurden nach Norwegen exportiert und ein Teil (gute Laubbaumstämme) ist nach China und Korea verschifft worden. Transportmittel waren LKW, Schiffe (Container) und die Bahn (wobei die Bahn sehr unzuverlässig war). FOR Hackelberg gab einen geschichtlichen Hintergrund. So war die Waldwirtschaft im Spätmittelalter stark vernachlässigt, erst seit 1830 wurden die Strukturen, so wie wir sie heute vorfinden, festgelegt und er wies im Zusammenhang der Erosionsgefahr und einer Verunkrautung auf eine schnelle Wiederaufforstung hin. Dieses scheitert jedoch an Verwaltungshemmnissen der Landesverwaltung, so sei man im Vergleich zu NRW mit der Aufforstung in vollem Gange. Die Förderrichtlinien aus Brüssel werden von den Ländern in geltendes Recht umgesetzt und er richtete einen Appell an die Landesregierung dieses schnell zu ändern. Aus Sicht der Grünen und im Landtag gefordert ist ein Einheitsforstamt , ähnlich wie in NRW, welches von externen Fachleuten beraten wird, angestrebt . Mit der eigentlichen Aufforstung ist FI Schulze Pellengahr beauftragt. Es soll versucht werden eine möglichst breit aufgestellte Pflanzengesellschaft, in Blöcken von 2500 – 4500 m2, anzulegen. Douglasie zusammen mit Buche, Ahorn, Esche, Ulme. Vorsicht bei Lärche, wenn überhaupt nur die Sudetenlärche, so die Überlegungen. Absolute Unklarheit besteht über die Frage: “ Welche Bäume sind bei den kommenden klimatischen Veränderung robust genug um zu überleben? Das müsse man jetzt wissen!“ Diese Fragestellung löste bei den Exkursionsteilnehmern eine intensive Diskussion aus. Gedanken wie, - der Natur ihren freien Lauf lassen, - Erweiterung der Pflanzengesellschaft mit Pflanzen aus anderen Klimazonen wurden diskutiert ,- es wurde die Bewertung von Eukalyptus als nachwachsende Rohstoffpflanze in die Exkursionsrunde gestellt - bis hin zu der politischen Forderung des Grünen Maßmann Erkenntnisse aus Forschungsprojekten, die klimatischen Veränderungen auf die pflanzensoziologischen Gesellschaften beschreiben, stärker abzurufen und ebenso die Forschung dahingehend intensiver zu fördern. Bündnis 90 Die Grünen bedanken sich bei der Landwirtschaftskammer, Forstamt Osnabrück, für die umfassende Exkursion mit folgenden Schlussfolgerunen: · Sicher ist jedenfalls: “ Auch in der Fortwirtschaft steht ein großer Umbruch bevor.“ Die ökologische Bedeutung des Waldes ist um ein Vielfaches wichtiger als die ökonomische. · Schaffung eines Gemeinschaftsforstamtes in Niedersachsen, ähnlich wie in NRW · Eine Zertifizierung nach FSC (Forest Stewardship Council) wird der PEFC (Zertifizierung Programme for the Endorsement of Forest Certification schemes) vorgezogen. (diese berücksichtigen unter anderem auch die Sozialverträglichkeit des wirtschaftlichen Handelns im Wald, was auch die tarifliche Absicherung der Menschen, die ihr Einkommen aus der anspruchsvollen und gefährlichen Arbeit im Wald beziehen, beinhalten. ·
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Zurück zu einer naturnahen Waldbewirtschaftung
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Breit angelegte und gut gemischte Waldrandsreifen vorzugsweise in den Hauptwindrichtungen
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Dauerbestockung von gesundem Mischwald zur höchsten Ausnutzung bei gleichzeitiger Pflege der naturgegebenen Standortskräfte
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kein Kahlhieb
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Schaffung und Wahrung des ökologisch vorteilhaften Waldklimas
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stetige Ausnutzung des gesamten ober- und unterirdischen Produktionsraumes Wald
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Vorratspflege durch Einzelstammnutzung statt schlagweiser Eingriffe. Das Schlechteste fällt zuerst, das Gute bleibt erhalten
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Ausnützung der Naturverjüngung, wo immer dies möglich ist
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Erziehung der heranwachsenden Bäume im Halbschatten zur Sicherung der Astreinheit und Wipfelschäftigkeit
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ständige Leistungs- und Wertkontrolle zur kritischen Überprüfung des Zieles, den Wald starkholzreicher und wertholzreicher zu machen
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Vermeidung von Pflegerückständen
Aktion und Pressebericht vom 18.10.2007







