Kommentar vom Sprecher
Ordnung an sich ist ein universelles Prinzip, welches sich eigentlich überall manifestiert. Chaos ist ebenso ein universelles Prinzip, welches ebenfalls überall präsent ist.
Ich denke dass diese beiden Prinzipien sich gegenseitig bedingen wie auch andere Prinzipien innerhalb der dialektischen Betrachtungsweise.
Um nur eines von vielen zu nennen " sein und nicht sein ".
Wir Menschen sind hier in der quasi Gott ähnlichen Lage ein eigenes selbst erschaffenes Ordnungssystem gegen das an sich übergeordnete " ursprüngliche " Ordnungssystem zu stellen.
Die Auswirkungen dieser Kollision bekommen wir zwangsläufig zu spüren.
Gemäß dem Stand der Naturwissenschaft ist die Evolution ein planloser Prozess.
Der religiös orientierte Mensch und mancher Philosoph hingegen möchte natürlich lieber einen großartigen Plan dahinter wissen. Offensichtlich jedenfalls für mich, ist das Dilemma, wenn menschliche Logik unweigerlich im Widerspruch endet.
Ein Messer wird stumpf oder aber geschärft am Stein je nachdem wie es an den Stein heran geführt wird.
Und so denke ich dass jeder von uns seine Verstandeskraft in der Lebenszeit die uns bleibt nutzen kann, mit zu helfen dieses wunderbare Mysterium des Lebens zu erhalten, anstatt mit den Achseln zu zucken, weg zu schauen und zur Tagesordnung über zu gehen, die meistens nur zum Ziel hat materiellem Gewinn zu erwirtschaften ungeachtet der Folgen des eigenen Tuns.
Das ist natürlich alles nichts Neues - aber dranbleiben ist mehr denn je die Devise.
Steter Tropfen höhlt eben den Stein!
Den Nachbarn dann mal auf sanfte Weise nahe zu legen, welche vielen Vorteile es ihnen bringt, den Baumschnitt und Grünschnitt an geeigneter Stelle im Garten liegen zu lassen um für viele Vögel, Spitzmäuse, Igel und andere fleißige kriechende, laufende und fliegende Gartenhelfer Nistmaterial zur Verfügung zu stellen, anstatt es als Osterfeuer zu verqualmen, ist doch schon ein kleiner Anfang.
Die gemeine deutsche Ordnungswut / Putzsucht / Sauberkeitswahn (... der Baum muss da weg, der macht das ganze Jahr nur Dreck!) ist bislang leider noch nicht offiziell in den Katalog der anerkannten Suchtkrankheiten aufgenommen worden.
Allein wenn ich hier bei uns im Dorf in so manche Vorgärten schaue, gewinne ich häufig den Eindruck, dass der Ordnungswahn nicht weniger Bürger hier zu Lande deutlich pathogene Züge trägt.
Wenn sich dann die Winterwolken endgültig verzogen haben, steht ja alljährlich der so genannte " Frühjahrsputz " an.
Da wird dann auf Putzteufel komm raus die komplette Flora vor und hinter dem Haus gebürstet.
Was bin ich da doch froh darüber, dass ich nicht als schief wachsender Grashalm oder als Moosbüschel zwischen Gehweg Platten wachsen muss.
Der so genannte grüne Unrat wird ja größtenteils an sog. Brenntagen oder ganzjährig gesammelt in Osterfeuern entsorgt und in Unmengen an Ruß, Asche und Feinstaub und natürlich was das Schlimmste ist, weil das Material meistens zu feucht ist, als enorme Menge Holzteer vergast und hält Mikro- kondensiert als Rauch und Qualm tagelang die deutschen Lande versmogt.
Grüne Gedanken einfach mal zuzulassen hilft sicher auch dabei alte überkommene, unzeitgemäße also nicht zukunftsfähige Ordnungsvorstellungen über Bord zu werfen und auch wieder in den Gärten ein bisschen Chaos (Prozess zur natürlichen Selbstordnung) gewähren lassen zu können.







