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Kein Wasserkraftwerk am Haseüberfall?

Geschrieben von Administrator am 15.01.2012
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Leserbrief zum Artikel „Kein Wasserkraftwerk am Haseüberfall" (Quakenbrück) im Bersenbrücker Kreisblatt (Lokales) vom 30.12.2011

„Eine Wasserkraftanlage mit Fischtreppe wird es mit uns nicht geben", war die Aussage des Nds. Umweltministers Hans-Heinrich Sander. Ob es darauf ankommt, mag im Hinblick auf die Landtagswahlen im Jan. 2013 zunächst außer Acht bleiben. Man könne nicht plötzlich alles, was die Hochschule erarbeitet habe, infrage stellen, war seine Aussage. Auch gegenüer dem Steuerzahler sei das nicht zu verantworten. Man muss die Einschätzung des Hochschule Magdeburg aber gar nicht infrage stellen, wenn man die Wasserkraftnutzung gegenüber dem Bau einer Sohlgleite favorisiert. Die Kernaussagen der Einschätzung der Hochschule sind folgende: Unter Berücksichtigung verschiedener Verluste wurde eine Jahresenergieerzeugung von rd. 638.000 kWh berechnet. Daraus resultiere ein jährlicher Bruttoerlös von rd. 80.000,-- Euro, nach Abzug wiederkehrender Kosten sei von einem jährlichen Nettoerlös von 65 - 70.000,-- Euro auszugehen. Dem entgegen stünden Investitionskosten für die Wasserkraftanlage und die Fischaufstiegsanlage von etwa 1,2 bis 1,4 Mio Euro zzgl. Planungskosten, Gutachten pp.. Daher sei von einer Amortisationszeit von etwa 20 Jahren auszugehen. Soweit die Einschätzung der Hochschule. Die vom Land Niedersachsen geplante Sohlgleite hingegen kostet etwa 2,4 Mio Euro, amortisiert sich nie und läßt die Wasserkraft ungenutzt, die andernfalls immerhin Strom für etwa 190 Haushalte liefern könnte. Wenn hier etwas gegenüber dem Steuerzahler nicht zu verantworten ist, dann wohl das bürokratisch-sture Festhalten an der einmal eingeschlagenen Richtung, obwohl inzwischen im Rahmen der Energiewende in weiten Kreisen ein Umdenken stattgefunden hat. Die FDP hat allerdings schon mehrfach ihr in energiepolitischen Fragen rückwärtsgerichtetes Denken unter Beweis gestellt. Der Landkreis Osnabrück ist da schon weiter: Die Potentialanalyse seines Klimaschutzkonzeptes stellt fest, dass zwar die Wasserkraft hier eine untergeordnete Rolle spielt, seine Kapazität aber immerhin erst zu 50 % erschöpft sei. Das beschlossene Klimaschutzkonzept hat das Ziel, den Landkreis bis 2030 hinsichtlich Strom und bis 2050 auch hinsichtlich Wärme zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Jede Kommune, auch Quakenbrück, ist hier gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn die Stadt Quakenbrück sich für die Nutzung der Wasserkraft anstelle des Baus einer Sohlgleite einsetzen würde.

Dr. med. Maria Entrup-Henemann
Steimelager Weg 32
49610 Quakenbrück

Zuletzt geändert am: 15.01.2012 um 16:19

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