Andreas Henemann
Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat Quakenbrück
Ausschuss
- Planen und Bauen, Wirtschaft,
- Tourismus und Finanzen,
- Vertreter im Verwaltungsausschuss

Zur Person: Ich bin Architekt (Dipl.-Ing.), verheiratet und habe eine 17-jährige Tochter.
Meine Schwerpunktthemen, die teilweise über die kommunalen Grenzen hinausgehen, möchte ich nachfolgend auszugsweise darstellen:
Solarer Städtebau als zukünftige Grundlage für Baugebiete unter Einbeziehung erneuerbarer Energien und ökologischer Aspekte: Der solare Städtebau ist die Voraussetzung für die Möglichkeit, Gebäude nach solararchitektonischen Kriterien zu planen und zu bauen sowie die erneuerbaren Energien (hauptsächlich die Sonnenenergie in passiver und aktiver Form) zu nutzen. Das nunmehr bundesweit verbindliche Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) sollte nicht als Zwang zum Klimaschutz, sondern als Chance für eine sichere, unabhängige und dauerhaft wirtschaftliche Energieversorgung angesehen werden. So genannte Plusenergiehäuser könnten dann als dezentrale Kleinkraftwerke mehr Energie erzeugen als für den Eigenbedarf erforderlich ist und somit zur öffentlichen Stromversorgung beitragen.
Strom- und Wärmeversorgung zu 100 % aus erneuerbaren Energien: Mittlerweise dürfte jedem klar sein, dass eine Energieversorgung aus fossilen und nuklearen Energieträgern für die Menschheit mit erheblichen Risiken behaftet ist. Einige Beispiele dafür sind die bereits stattfindende Klimaverschiebung mit großen Trockenperioden, zerstörenden Stürmen und Überschwemmungen. Auch die Reaktorkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima zeigen uns sehr deutlich, dass die Atomstromtechnologie nicht beherrschbar ist. Ganz abgesehen davon ist das m.E. größte Problem, die sichere Endlagerung der radioaktiven Abfälle, nicht einmal ansatzweise geklärt. Damit werden sich tausende von Generationen zukünftig beschäftigen müssen.
Um auch für die Zukunft eine gesicherte und finanzierbare Energieversorgung zu schaffen, losgelöst von den zuvor beschriebenen Risiken, ist der Ausbau der Nutzungen erneuerbarer Energien unabdingbar erforderlich. Diese sind:
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Sonnenenergie mit Solarhäusern, Solarthermieanlagen, Fotovoltaikanlagen. Ich bin Architekt und beschäftige mich schon seit Jahrzehnten mit Solarhäusern. Bereits 1986 habe ich mein erstes Solarhaus realisiert, das zu jener Zeit noch Aufsehen erregte, mit dem Umweltpreis der Stadt Emsdetten ausgezeichnet und in der Fernsehsendung „In Zukunft“ vorgestellt und von mir erläutert wurde. |
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Windenergie mit Klein-, Mittel- und Großwindenergieanlagen. Ich bin Gründungsmitglied des 1985 gegründeten Interessenverbandes Windenergie Binnenland, der sich inzwischen unter dem Namen Bundesverband Windenergie zu einem starken Verband gemausert hat. Nach wie vor bin ich in diesem Verband tätig, und zwar im Vorstand des hiesigen Regionalverbandes. |
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Wasserenergie mit Stauwasserkraftwerken, Laufwasserkraftwerken und bedingt auch Gezeiten- und Wellenkraftwerken |
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Geothermie mit bodennahen Geothermieanlagen (Wärmepumpen), bedingt auch Tiefengeothermieanlagen |
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Biomasse mit abfallbetriebenen Biogasanlagen, bedingt auch Biomasseanlagen |
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Infrastrukturen mit Wärmespeichern, Stromspeichern und Netzausbau |
Verbesserung der Bürgerbeteiligung:
Zur Zeit werden Bürger und Anlieger erst an der Bauleitplanung und den Straßenausbauplanungen beteiligt, wenn die Beschlüsse bereits gefasst sind. Für eine Mitgestaltung oder Einflussnahme an der Planung ist es dann zu spät. Selbst direkt von den Planungen betroffenen Anliegern wurden lediglich bereits beschlossene Straßenausbauplanungen mit Ausführungsterminen und anfallenden Kosten vorgestellt. Mitgestaltungsmöglichkeiten hatten sie nicht, aber 90 % der Kosten müssen sie tragen. Bei all diesen Maßnahmen geht es um sehr viel Geld. Wer zahlen soll, muss auch frühzeitig in die Vorhaben eingebunden werden. Daher plädiere ich dafür, die Bürger- und Anliegerbeteiligung bei allen relevanten Planungen deutlich zu verbessern und die Vorhaben transparenter zu machen.
Weiterentwicklung der Stadt Quakenbrück und des Artlandes als innovatives Mittelzentrum:
Dazu sind weitere Betriebe anzusiedeln, die möglicherweise im Bereich erneuerbarer Energien oder sonstiger zukunftsträchtiger Sparten tätig sind. Hierfür sind angemessene Grundstücks- und Erschließungskosten (auch im Vergleich zu den konkurrierenden Nachbargemeinden) von Bedeutung.
Die vorhandenen Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen sind zu stärken Möglicherweise könnte die Einrichtung einer Struktur für den zweiten Bildungsweg eine sinnvolle Ergänzung sein.
Die Innenstadt mit den kulturhistorisch wertvollen Gebäuden, Plätzen und Straßen benötigt eine bürgerfreundliche Verkehrsführung, Belebung durch neue Wohn- und Geschäftsimpulse sowie veränderte Nutzungsstrukturen.
Neue Ideen und Konzepte sind für die Gewerbebrachen der Neustadt erforderlich, um dem Verfall der Gebäude und damit dem gesamten Erscheinungsbild der Neustadt entgegen zu wirken.
All diese Maßnahmen könnten zur Stärkung des Bildungs- und Wirtschaftsstandortes beitragen.







