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Gründungsversammlung

Gründungsversammlung des Samtgemeinde Verbandes " Die Grünen im Artland " am Freitag, den 21.01.1983 im Oldenburger Hof zu Quakenbrück.


Die erste Aufgabe unseres Samtgemeinde- Verbandes wird die Beteiligung am Bundestagswahlkampf 83 sein.

  • Allerdings wollen wir diesen Wahlkampf möglichst sparsam führen und darauf verzichten, den Landkreis mit Papier zu überschwemmen.
    Wir wollen trotzdem versuchen, eine gründliche Aufklärungsarbeit zu leisten, die über den Wahlkampf hinausgeht.
  • Wenn wir auch die Vorbehalte und Vorurteile, die man den Grünen entgegenbringt, nicht hinlänglich abbauen können, so wollen wir wenigstens den an uns interessierten Leuten klarmachen, dass wir nicht einfach abgestandene sozialistische Theorien " aus der Mottenkiste " hervor geholt und ökologisch aufbereitet haben.
  • Vielmehr sind wir aufgebrochen, um einen dritten Weg zu suchen wie jenseits des privaten und staatlichen Großkapitalismus.
  • Wir haben uns zusammengeschlossen, um der ökologischen Krise entgegen zu treten, die sich je länger je mehr zu einer ökologischen Katastrophe auszuweiten droht.
  • Die Ursachen der Krise sind bekannt.
    Sie liegen (außer in einem rasanten Wachstum der Erd- Bevölkerung) wesentlich in unserem auf grenzenloses quantitatives Wachstum angelegten Wirtschaftssystems, das die Massenkonsumgesellschaft hervor brachte.
  • Uns ist klar, dass das Konsumdenken allenthalben tief verwurzelt ist, dass an die falschen Glücksverheißenungen des Massen- Konsums fest geglaubt wird.
    Schließlich ist der Massenkonsum längst zu einer Ersatz- Befriedigung für Persönlichkeits- Bedürfnisse geworden, die in unserer anonymen Massengesellschaft nicht angemessen befriedigt werden können. (so wird z.B. die Mobilität, die das Auto verleiht, für Freiheit genommen).
  • Wir brauchen darum eine Gesellschaft, die dem einzelnen erheblich mehr Möglichkeiten der Persönlichkeitsentfaltung und Selbstverwirklichung bietet im sozialen Kontext des Miteinanderseins und der Solidarität, eine Gesellschaft, die wieder Gemeinschaft erfahrbar macht.
  • Darum wenden wir uns gegen jedwede Art von " Gigantismus ", in den Verwaltungen, in der Industrie und im Schulwesen ebenso wie in den demokratischen Institutionen.
  • Darum wollen wir eine basisdemokratische Gesellschaft, die dem Einzelnen eine echte Chance der Mitwirkung an Entscheidungsprozessen gibt.
  • Wir wissen auch, bezogen auf unseren ländlichen Raum, dass wir für die Bauern kämpfen müssen zu Gunsten der kleinen und mittleren Betriebe, gegen eine weitere Industrialisierung der Agrarproduktion durch berufsfremde Kapitalgeber ebenso, wie gegen die fortschreitende Vernichtung von landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzflächen (z.B. durch Straßenbaupläne des Verkehrsministers Dollinger).
  • Für den Einsatz alternativer Energien auch in der Landwirtschaft, wo durch Biogasanlagen in absehbarer Zeit 50 Millionen t Rohöl eingespart werden könnten.
  • Bei alledem ist uns klar, dass " Die Grünen " nur eine Richtung aufzeigen können, in der nach ihrer Überzeugung die Lösung der äußerst schwierigen und vielfältigen Probleme zu finden sind.
  • Einstweilen sind wir vielleicht auch nur " der Stachel im Fleisch " der großen politischen Parteien und der Gesellschaft, wie einer unserer Sprecher sagte.
  • Dieser Stachel soll an Versäumnisse erinnern und auf Probleme hinweisen, die sonst der " kollektiven Verdrängung " anheim fallen.
  • Vielleicht nötigt er auch zum Umdenken und zur Neuorientierung in einer vom Verfall bedrohten Wohlstandsgesellschaft.

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